Der offizielle pascom Linux-Client wird nur als Ubuntu-Tarball ausgeliefert und läuft auf anderen Distributionen nicht zuverlässig — unter Fedora scheiterte zuletzt vor allem die Telefonie. Dieses Repository paketiert ihn als Flatpak, womit er distributionsunabhängig funktioniert, inklusive Softphone-Anrufen.
Kein offizielles pascom-Projekt. Dieses Repository enthält nur Paketierungs-Dateien, keine pascom-Software. Der Client wird beim Build direkt von pascom heruntergeladen, ist proprietär und unterliegt den Bedingungen von pascom. "pascom" ist eine Marke der pascom GmbH & Co. KG.
Getestet auf Fedora 44 mit GNOME (Wayland, PipeWire), Client 121.R5172. Das Paket ist nicht auf eine Distribution oder Desktop-Umgebung zugeschnitten — unter KDE Plasma, Xfce und Cinnamon sollte es ebenso laufen, dort aber ungetestet. Rückmeldungen dazu sind willkommen.
| Funktion | Status |
|---|---|
| Chat, Kontakte, Präsenz | ✅ |
| Softphone-Anrufe (Audio) | ✅ ohne Aussetzer, MOS 4.2 |
| Emoji im Chat | ✅ (braucht den Fix aus diesem Repo) |
| Video und Bildschirmfreigabe | ✅ öffnet sich im Browser |
| Login über den Browser | ✅ |
| Dateien anhängen | ✅ Zugriff aufs ganze Home über den Portal-Dialog |
| Benachrichtigungen | ✅ |
| Jabra-Headset-Tasten | ❓ ungetestet, mangels Hardware |
Voraussetzung sind flatpak und flatpak-builder:
| Distribution | Befehl |
|---|---|
| Fedora, RHEL, Rocky | sudo dnf install flatpak flatpak-builder |
| Debian, Ubuntu, Mint | sudo apt install flatpak flatpak-builder |
| Arch, Manjaro, EndeavourOS | sudo pacman -S flatpak flatpak-builder |
| openSUSE | sudo zypper install flatpak flatpak-builder |
Unter Debian und Ubuntu ist nach der Erstinstallation von Flatpak eine Neuanmeldung nötig, damit die Anwendung im Menü auftaucht.
# Flathub-Remote und Runtime, falls noch nicht vorhanden
flatpak remote-add --if-not-exists flathub https://flathub.org/repo/flathub.flatpakrepo
flatpak install flathub org.freedesktop.Platform//24.08 org.freedesktop.Sdk//24.08
# Bauen und installieren
git clone https://github.com/schwEDV/flatpak-pascom-client.git
cd flatpak-pascom-client
flatpak-builder --force-clean --user --install build-dir net.pascom.pascom_Client.jsonDer Build lädt rund 95 MB von pascom und kompiliert Kerberos aus Quellcode, das dauert ein paar Minuten. Danach steht "pascom Client" im Anwendungsmenü, oder direkt:
flatpak run net.pascom.pascom_ClientBeim ersten Start öffnet der Login einen Browser — nach der Anmeldung springt die Sitzung automatisch zurück in den Client.
Das Manifest ist bewusst auf eine feste Client-Version gepinnt, damit ein Update bei pascom nicht unbemerkt den Build verändert. Kommt eine neue Version heraus, meldet das der wöchentliche CI-Lauf. Zum Aktualisieren:
# neue Download-URL ermitteln
curl -s -r 0-0 -o /dev/null -D- https://my.pascom.net/update/client/cloud/linux | grep -i ^location
# Tarball ziehen und Prüfsumme bilden
curl -sLO <die-eben-ermittelte-url> && sha256sum pascom_Client-*-linux.tar.bz2Beides im Manifest unter url und sha256 eintragen, dann neu bauen.
- Automatische Updates sind deaktiviert. Der Client kann sich im Flatpak nicht selbst aktualisieren und meldet beim Start eine "nicht unterstützte Distribution". Neue Versionen kommen über den Weg oben.
- Jabra-Headset-Tasten ungetestet. Rufannahme über die Headset-Taste konnte mangels Gerät nicht geprüft werden. Normales Headset-Audio, auch über Bluetooth, ist davon nicht betroffen.
- Unter GNOME braucht das Tray-Icon eine Erweiterung. GNOME zeigt
Tray-Icons nicht von sich aus; der laufende Client ist dann im Panel
unsichtbar und taucht mangels Background-Portal auch nicht unter
"Hintergrund-Apps" auf. Abhilfe: Paket
gnome-shell-extension-appindicatorinstallieren (heißt auf den meisten Distributionen so, sonst über extensions.gnome.org), in den Erweiterungen aktivieren, neu anmelden. Betrifft alle Tray-Anwendungen unter GNOME. KDE Plasma, Xfce und Cinnamon zeigen das Icon direkt an.
Das gebaute Flatpak-Bundle darf nicht weitergegeben werden. Die AGB von pascom untersagen es ausdrücklich, die Software Dritten "entgeltlich oder unentgeltlich zur Verfügung zu stellen" (Abschnitt D § 3 Abs. 4 bzw. § 5 Abs. 7). Deshalb enthält dieses Repository auch keine pascom-Software, sondern nur das Rezept, mit dem sich jede Person den Client selbst baut — der Download kommt dabei direkt von pascom.
Eine Anfrage an pascom, ob eine Weitergabe des Bundles bzw. eine offizielle Bereitstellung möglich wäre, ist angedacht. Bis dahin gilt: selbst bauen.
Warum das Manifest aussieht, wie es aussieht — Bibliothekskonflikte, der Audio-Stack, die Sandbox-Berechtigungen und die Messwerte der Tests stehen in DEVELOPMENT.md.
Verwandtes Projekt: foundata/oci-pascom-client
paketiert denselben Client stattdessen als Podman-Container. Deren
DEVELOPMENT.md ist eine sehr gründliche Analyse des Tarballs und lohnt sich
bei jedem Problem als Gegenlektüre.
Die Paketierungs-Dateien in diesem Repository stehen unter der MIT-Lizenz. Das gilt nicht für den pascom Client selbst — der ist proprietäre Software von pascom und wird hier weder verteilt noch neu lizenziert.